Kirche Schänis
Vor 1200 Jahren löste Graf Hunfried aus Rätien sein Versprechen mit der Gründung des Klosters Schänis ein, das er im Rahmen der Kaiserkrönung Karls des Grossen gemacht hatte.

Das Mosaik an der Westfront der Kirche erzählt anschaulich die Gründung der Schänner Kirche. Graf Hunfried kniet zur Linken mit dem Modell der zu bauenden Kirche vor dem Bischof von Chur. Rechts kniet Kaiser Karl der Grosse, der zu seiner Kaiserkrönung 800 n. Chr. als Huldigung vom Araberfürst Hassan (hinten rechts) aus der nordspanischen Stadt Huesca ein sehr wertvolles Geschenk erhalten hatte, ein goldenes, mit Edelsteinen besetztes Kreuz, das ein Stück des Kreuzesholzes Christi einschloss. Zu Ehren dieser heiligsten Reliquie stiftet Graf Hunfried auf seinem Hof an der rätisch-alemannischen Grenze in „Skennines“ ein Kloster. Daher der Name „Kreuzstift“. Hier sollen vor allem Töchter aus dem Adel ein gottgeweihtes Leben führen. Im Hintergrund neigt die erste Äbtissin Heilwig, Tochter des Stifters (?), andachtsvoll ihr Haupt.
Der Plan zur Gründung des Klosters ist schon im Jahre 801 gefasst, aber erst zwischen den Jahren 814 und 828 ausgeführt worden, was uns zur symbolträchtigen Jahreszahl 825 führt.

Von der ursprünglichen Kirche ist nach mehreren Um- und Neubauten nicht mehr viel übrig geblieben. Beredte Zeugen sind aber unter anderem die eindrücklichen karolingischen Flechtwerkplatten, die in der Krypta ausgestellt sind.
Erst beim Neu- oder Umbau der Kirche im 11. Jahrhundert unter Graf Ulrich von Lenzburg trat der Titel des Hl. Kreuzes in den Hintergrund und der Heilige Sebastian wurde zum Kirchenpatron.
Eine bedeutende und schöne Kirche ist über die Jahrhunderte entstanden, die sichtbar die Spuren der vergangenen Epochen mit sich trägt – eine lebendige Pfarrei, die dieses Erbe pflegt und es immer wieder neu erleben lässt.
