Blauer Himmel über den Bergen, das satte Grün der Alpweiden und dazu der Klang von Jodelstimmen:
Stimmiger hätte der Alpgottesdienst der Seelsorgeeinheit Gaster am Sonntag, 4. Oktober, auf der Alp Strichbode in Amden kaum sein können. Gefeiert wurde das Fest des heiligen Franziskus – jenes Heiligen, der die Schöpfung liebte und in Sonne, Mond, Wasser, Erde und Tieren Gottes wunderbare Handschrift erkannte.
«Hier brauchen wir keine grosse Kirche», sagte Pfarrer Josef Manser zu Beginn. «Der Himmel ist unser Dach, die Berge sind unsere Seitenwände, die Wiese unser Kirchenboden und der Wind spielt seine Melodien.» Damit war die besondere Stimmung des Gottesdienstes treffend beschrieben.
Franziskus und die Schöpfung
Der heilige Franziskus, der vor 800 Jahren in Assisi starb, gilt bis heute als Vorbild für einen einfachen, friedvollen und achtsamen Lebensstil. Seine besondere Verbundenheit mit der Schöpfung machte ihn zum passenden Begleiter für diesen Alpgottesdienst. Im Mittelpunkt stand deshalb die Frage, wie wir mit der Welt umgehen, die uns anvertraut ist.
Josef Manser erinnerte daran, dass der Mensch nicht Besitzer der Schöpfung sei, sondern Teil von ihr. Wer oben auf der Alp stehe, könne unmittelbar erfahren: Die Berge, der Himmel, die Wiesen, die Tiere und die Arbeit der Menschen gehören zusammen. Eine Alp funktioniere nicht von allein. Es brauche Menschen, die früh aufstehen, Tiere versorgen, Zäune kontrollieren, das Wetter beobachten und mit viel Einsatz dafür sorgen, dass alles seinen guten Gang nimmt.
Franziskus habe die Natur nicht bloss als schöne Kulisse betrachtet, sondern als Geschenk Gottes. Daraus könne auch heute eine wichtige Haltung entstehen: «Nicht: Was bringt mir die Natur? Sondern: Was kann ich für die Schöpfung tun?» Das beginne ganz einfach mit Dankbarkeit, einem bewussten Umgang mit Lebensmitteln, Respekt vor den Tieren, Sorge zur Landschaft und weniger Verschwendung.
Jodelklänge und ein Gebet für den Frieden
Gesanglich wurde der Gottesdienst vom Jodelklub Bergfriede Amden unter der Leitung von Simone Spalinger mitgestaltet. Rolf Dittli begleitete die Volksgesänge auf der Gitarre. Das Friedensgebet des heiligen Franziskus erhielt in dieser Umgebung eine besondere Bedeutung: «Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.» Es wurde zum Wunsch, dass Frieden nicht nur ein grosses Wort bleibt, sondern im Alltag beginnt.
Gemeinschaft auf der Alp
Nach dem gut besuchten Festgottesdienst war die Alpwirtschaft von Peter und Bea Böni mit Familie und Team gefordert. Bei Speis und Trank wurde die Gemeinschaft weiter gepflegt, und der Jodelklub Bergfriede Amden gab weitere Lieder und Jodelgesänge zum Besten.













